BRANCHE

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist vielfältig. Softwareentwickler, Musiker und Tänzer, selbständige Journalisten, Architekten, Künstler, Filmemacher: Sie und viele andere, die sich erwerbswirtschaftlich mit Kultur und Medien im weitesten Sinne befassen, werden der Branche zugerechnet.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist wirtschaftsstark. Laut Angabe des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie steuerte die Branche 2017 einen Anteil von 3,1 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Dies entspricht einem Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung von 102,4 Milliarden Euro. Damit übertrifft die Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachen Wertschöpfung inzwischen namhafte Branchen wie die chemische Industrie, die Finanzdienstleister oder die Energieversorger. Aktuell erzielt nur die Automobilindustrie mit 144,3 Milliarden Euro eine höhere Bruttowertschöpfung.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist imagebildend. Die Branche leistet für die gesamte Region – über ihre Dienstleistungen und Produkte hinaus – einen wertvollen Beitrag zur regionalen Identität und Lebensqualität. Sie ist ein wichtiger Standortfaktor, indem sie ein kulturell ansprechendes Umfeld schafft, welches unter anderem Zuzug und Verbleib qualifizierter Fachkräfte sicherstellt.

TEILMÄRKTE

DEFINITION UND ABGRENZUNG

Die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hat sich 2009 mit der Frage der Definition und Abgrenzung der Kultur- und Kreativwirtschaft befasst und folgenden Kernbereich festgelegt: „Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen.“ Weiter wird die marktwirtschaftliche Ausrichtung der Branche besonders stark betont: „Das wesentliche Kriterium der Definition ist der erwerbswirtschaftliche Charakter der Unternehmen. Zu diesem Kreis der Unternehmen gehören demnach alle marktwirtschaftlichen Unternehmen, die sich über den Markt finanzieren, die mehrwertsteuerpflichtig sind oder ganz einfach, die mit Kunst, Kultur und Kreativität Geld verdienen.“ Künstlerische oder kreative Projekte und Veranstaltungen, die über gemeinnützige oder private Mittel finanziert werden, gehören demnach nicht zur Kultur- und Kreativwirtschaft.