23. März 2020 Beate Küblbeck

Corona-Krise – Staatliche Hilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft


Um Unternehmen zu unterstützen, die durch die Corona-Krise in eine wirtschaftliche Schieflage oder in Liquiditätsengpässe geraten sind, haben die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung verschiedene Maßnahmenpakete geschnürt. Eine Übersicht über diese Maßnahmen, die von Möglichkeiten der Steuerstundung über eine erleichterte Beantragung von Kurzarbeitergeld bis hin zu Soforthilfen reichen, finden Sie auf den Websites der beiden Landratsämter
Landratamt Altötting: www.lra-aoe.de/informationen-zu-corona/corona-finanzhilfen-fuer-unternehmen
Landratsamt Mühldorf: www.lra-mue.de/regionalentwicklung/wirtschaft/informationen-f-r-unternehmen.html

Hier erfahren Sie auch, wo Sie finanzielle Hilfen beantragen können und welche Stellen detaillierte Auskünfte zu den einzelnen Maßnahmen erteilen. Die Übersicht wird fortwährend aktualisiert.

 

Das Programm Überbrückungshilfe Corona ist seit Juli Online stellbar und ist ein Anschlussprogramm an die Soforthilfe, das bestimmte Fixkosten (Miete, Personalkosten, Kosten für Azubis, Provisionen von Reisbüros, Zinsaufwendungen, Stromkosten etc.) mit einem bestimmten Prozentanteil (40-80 % der Fixkosten je nach Einbruch des Umsatzes) für die Monate Juni-August übernimmt. Unternehmen, die Soforthilfe des Bundes oder des Landes in Anspruch genommen haben, aber weiter von Umsatzausfällen im oben genannten Umfang betroffen sind, sind erneut antragsberechtigt. Bei Überschneidung der Förderzeiträume von Soforthilfe und Überbrückungshilfe erfolgt eine anteilige Anrechnung. Für jeden sich überschneidenden Fördermonat (volles Monat der Antragsstellung) wird ein Drittel der gezahlten Soforthilfe abgezogen.

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbständige und selbständige Berufe im Haupterwerb, bei denen der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um mind. 60% weniger ist als im Vorjahr. Die Höhe der Fixkosten-Erstattung ist gestaffelt nach der Höhe des Umsatzrückgangs und liegt zwischen 40% und 80%.

Bei bis zu 5 Beschäftigten gibt es max. 9000 Euro, bis zu 10 Beschäftigte max. 15.000 Euro für drei Monate (Juni bis August).

Die Antragsstellung läuft ausschließlich über einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer, der die Fixkosten glaubhaft darstellt und die Umsatzeinbußen als Prognose ermittelt und anschließend über eine digitale Schnittstelle direkt an die EDV der Bewilligungsstellen der Länder übermittelt. Sollte die Prognose bei Vorliegen der endgültigen Umsatzzahlen nicht erreicht werden, sind Zuschüsse zurückzuzahlen.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bayerischen Wirtschaftsministeriums: https://www.stmwi.bayern.de/ueberbrueckungshilfe-corona/

Die IHK für München und Oberbayern hilft bei der Antragstellung unter  Telefon 089/5116-1111; hier können auch Anträge gestellt werden unter   www.ihk-muenchen.de/ueberbrueckungshilfe

 

Seit Mai gibt es vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur ein Soforthilfeprogramm für freischaffende Künstler*innen. Die Soforthilfe beträgt für 3 Monate je 1.000 Euro.  Ziel dieses Hilfsprogrammes ist die Sicherung des Lebensunterhaltes und die Kompensation von Honorarausfällen infolge von Corona-bedingten Schließungen von Kultureinrichtungen und Veranstaltungsausfällen.
Antragsberechtigt sind freischaffende Künstler*innen:
– mit Wohnsitz in Bayern
– mit Versicherung nach Künstlersozialversicherungsgesetz oder
– mit Nachweis, dass sie ihren Lebensunterhalt überwiegend mit erwerbsmäßiger künstlerischer Tätigkeit verdienen, obwohl sie nicht über die KSK versichert sind, inhaltlich aber die Kriterien der KSK für eine künstlerische Tätigkeit erfüllen.

Der Antrag kann hier gestellt werden: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat im Juni das Konjunkturprogramm „NEUSTART Kultur“ auf den Weg gebracht. Dieses Konjunkturprogramm für den Kultur- und Medienbereich läuft nun im Juli an. Anträge können bereits gestellt werden!

In folgenden Bereichen können pandemiebedingte Investitionen gefördert werden:

  • Kinos
  • Heimatmuseen, private Museen, Ausstellungshäuser und öffentlich zugängliche Gedenkstätten
  • Theater, künstlerische Produktionsorte, Festspielhäuser, Festivals
  • Musikaufführungsstätten, Musikclubs, Festivals
  • Kulturzentren, Literaturhäuser, soziokulturelle Zentren
  • Kleinkunstbühnen, Varietétheater
  • Zirkusse

Zudem haben folgende sechs Bundeskulturfonds nun 50 Mio. Euro mehr Budget zur Verfügung, um kultur- und kreativwirtschaftliche Projekte zu fördern:

  • Stiftung Kunstfonds
  • Deutscher Literaturfonds e.V.
  • Fonds Darstellende Künste e.V.
  • Fonds Sozialkultur e.V.
  • Deutscher Übersetzungsfonds e.V.
  • Musikfonds e.V.

Die Initiative Musik fördert nicht nur Musikerinnen und Musiker sondern auch Autorinnen und Autoren. Förderfähig sind Ausgaben für die produktive, künstlerische Arbeit aber auch für die Vorproduktion.

Beim Konjunkturpaket NEUSTART Kultur werden laufend weitere Förderprogramme freigeschalten. Bitte informieren Sie sich daher regelmäßig über: NEUSTART Kultur

 

Ein Hinweis speziell für Akteure aus dem Bereich der Musikwirtschaft: Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) bietet Inhabern eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene, die durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben, eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro. Informationen und Beantragung unter www.gvl.de/coronahilfe.

 

Auf der Internetseite https://bayern-kreativ.de/aktuelles/corona-erste-hilfe/ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finden Sie weitere Hilfen für Kultur- und Kreativschaffende in Bayern. Informativ ist auch der Handlungsleitfaden, in dem aufgelistet ist, woran Künstler und Kreative jetzt denken müssen.

Die Teams der Wirtschaftsförderung an beiden Landratsämtern steht betroffenen Unternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung:
Landratsamt Altötting: 08671 502-165 oder -143
Landratsamt Mühldorf: 08631 699-961